Rechtliches rund um die Katzenhaltung in der Mietwohnung

Das BGH-Urteil vom 20.03.2013 (Az.: VIII ZR 168/12) und das BGH-Urteil vom 14.11.2007 (Az.: VIII ZR 34/06) widersprechen einem generellen Haltungsverbot von Kleintieren in der Mietwohnungen. Leider sind diese Urteile kein „Freifahrtschein“ für die Katzenhaltung in der Mietwohnung. Vor allem die Auslegung der Definition „Kleintiere“ stellt hier ein Problem dar. Zum einen werden Katzen rechtlich zu den Kleintieren gezählt und zum anderen wird dieser Definition in zahlreichen rechtlichen Ausführungen widersprochen.

Ausschlaggebend ist immer das „Kleingedruckte“ im jeweiligen Mietvertrag. Ein generelles „Haustierverbot“ im Mietvertrag ist unzulässig. Erst wenn das Verbot der Katzenhaltung exakt definiert ist, ist dieses rechtlich zulässig. Teilweise ist eine Genehmigungspflicht für die Haltung einer Katze im Mietvertrag aufgeführt. Manche Standardmietverträge erwähnen eine Tierhaltung in den aufgeführten Paragrafen mit keinem Wort. Diese „Grauzone“ muss vor Vertragsabschluss geklärt werden. In jedem Fall ist die Einholung der Erlaubnis für die Katzenhaltung vor dem Abschluss des Mietvertrages sinnvoll. Die Genehmigung kann mündlich erfolgen oder sie wird im vorliegenden Mietvertrag schriftlich fixiert. Diese Einzelfallentscheidung gilt jeweils für die aktuelle Katze oder Katzen und ist kein „Persilschein“ für mehrere Generationen von Katzen.

Eine negative Entscheidung des Vermieters muss fachlich fundiert sein:

  • Verschmutzung und Abnutzung der Wohnung (hochwertiges Mietobjekt)
  • Lärm- und Geruchsbelästigung (Anzahl der Katzen, Katzenart)
  • Die Entscheidung des Vermieters gegen eine Katzenhaltung in der Mietwohnung darf auf keinen Fall emotional begründet sein (Katzenhasser)

Die individuelle Genehmigung der Katzenhaltung kann aus begründetem Anlass (sachlicher Grund) wieder zurückgezogen werden. In diesem Fall sollte das persönliche Gespräch gesucht werden, denn möglicherweise sind die Bedenken aus der Welt zu schaffen. Erfolgt keine Einigung muss der Mietende die Katze entfernen. Weigert sich der Mieter, kann eine Kündigung des Mietvertrages durch den Vermietenden folgen.

Innenhaltung einer Katze – artgemäß?

Nach Einholung der Einverständniserklärung des Vermietenden, steht der Katzenhaltung im Mietobjekt rechtlich nichts mehr im Wege. Sowohl in einem gemieteten Objekt aber auch im Eigenheim sollte man sich daraufhin die Frage nach Gewährleistung artgemäßer Katzenhaltung stellen. Der Platz spielt hier eine Rolle. Nicht jedes Objekt ermöglicht den direkten Zugang ins Freie. Trotzdem ist der Wunsch nach einer Katze oftmals riesig. Die Frage „Ist die ausschließliche Innenhaltung einer Katze artgerecht?“ wird deshalb unter Katzenliebhabern heiß diskutiert. Der Beantwortung dieser Frage sollte man erst einmal ohne Emotionen auf den Grund gehen.

Was sind die Grundbedürfnisse einer Katze?

  • Eigenes Revier
  • Beschäftigung
  • Jagdtrieb ausleben
  • Gesicherte Ruhezonen
  • Sozialer Kontakt
  • Futter und Wasser

Das Revier ist die Wohnung. Je mehr Quadratmeter diese hat, desto größer ist das Revier. Dem Stubentiger sollte der Zugang in jeden Raum möglich sein, zudem spielt sich das Leben einer Katze nicht nur am Boden ab. Durch Klettermöglichkeiten (Regal, Schrank, Kratz- oder Kletterbäume) erweitert sich das Revier enorm. Unter Beschäftigung versteht man nicht nur das aktive Spielen. Das tägliche „Durchstreifen“ der Wohnung oder die Beobachtung der Außenwelt am gesicherten Fenster zählen ebenfalls zur Kategorie Beschäftigung. Der Jagdtrieb wird durch das Anschleichen an Insekten oder Federbüscheln (Spielzeug, Dekoration an Regalen) ausgelebt. Der Angriff eines kleinen Teppichläufers mit anschließender Bearbeitung durch alle vier Pfoten befriedigt den Spiel- und Jagdtrieb.

Durch verschiedene Ruhezonen wird die Lieblingsbeschäftigung von Dösen und Schlafen gesichert. Den notwendigen sozialen Kontakt befriedigt hauptsächlich der Mensch durch Streicheln und Schmusen mit dem vierbeinigen Mitbewohner. Je nach Katzentyp ist ein vierbeiniger Partner wichtig. Bei dieser Wohngemeinschaft wird zusammen gekuschelt, gespielt, gestritten und die Abwesenheit des Menschen überbrückt. Besonders junge Katzen benötigen einen Artgenossen. Ältere Exemplare sind häufig ängstlicher und empfinden andere Katzen als störend.

Futter und Wasser sind lebensnotwendige Bestandteile. Wasser muss 24 Stunden erreichbar sein. Verschiedene Wasserstellen (Wassernapf, Trinkbrunnen) unterstützen dieses Bedürfnis. Katzen neigen dazu, zu wenig zu trinken – ein sprudelnder Trinkbrunnen aktiviert das Trinkbedürfnis. Das Futter sollte mehrmals täglich zur Verfügung stehen. Es reichen kleinere Mengen. Katzen leeren die Futterschüssel selten komplett und werden somit die Reste von der Morgenfütterung niemals später essen.

Jede Katze ist ein Individuum und die Lebensbedingungen müssen nach Alter und Temperament angepasst werden. Werden all die oben genannten Faktoren berücksichtigt, sind die grundlegenden Bedürfnisse einer Katze gestillt.

Meine Meinung zur Innenhaltung einer Katze

Ich kann für mich persönlich die Frage nach Art- oder Bedarfsgerechtigkeit der ausschließlichen Innenhaltung einer Katze subjektiv nur mit Nein beantworten. Die oben genannten Bedürfnisse sind Grundbedürfnisse und ich bin der Überzeugung, das „kleinste Übel“ ist nicht Simultan mit der besten Option. Katzen sind Freigeister und wollen ihrem Spiel- und Jagdtrieb nachgehen und wo geht das besser als in der freien Natur? Auf Bäume klettern, Natur erkunden, Welt entdecken, auf der Wiese toben und gleichgesinnte treffen – diese Aktivitäten bieten dem tierischen Freund ein glückliches und erfülltes Leben.

Katzenhaltung Mietwohnung

Odin spielt gerne draußen…

Katzenhaltung Mietwohnung

…oder wälzt sich auf der Wiese <3

Ich kann verstehen, dass Katzenhaltende Angst um den Vierbeiner haben und mit der ausschließlichen Innenhaltung zum Schutz des Tieres handeln wollen. Die Katze in der Wohnung zu behalten, nur um sie vor Gefahren zu schützen, die durch die eigene Hand nicht beeinflussbar sind, hat eher etwas mit einem Selbstgefallen zu tun, als mit Liebe zum Haustier. Besser neun Jahre gut gelebt, als dreizehn Jahre in Gefangenschaft. Lasst uns nicht vergessen: Als Haltende eines Haustieres kommt uns in jedem Fall eine hohe Verantwortung zu und dieser sollten wir uns stetig bewusst sein.

Im Folgenden erfährst du hier unter anderem, was du bei der Wahl deines Haustieres beachten solltest. <3