Nicht jedem ist klar, wie vielfältig Tierschutz ist und wie einfach es eigentlich sein kann, sich gegen das Leiden von Tieren einzusetzen. Ich habe ein paar Möglichkeiten zusammengestellt, durch die jeder – egal ob kleiner Geldbeutel, großer Geldbeutel, viel Zeit oder wenig Zeit – ein bisschen helfen kann. Viel Spaß beim Umsetzen 🙂

1. Augen auf bei der Wahl des Haustieres

Tierleid beginnt nicht erst in der Massentierhaltung oder bei Tierversuchen. Um dich vorbeugend einzusetzen, brauchst du gar nicht weit zu schauen, denn die Verantwortung fängt bereits bei deinem eigenen Haustier an. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass nicht jedes Tier gehalten werden sollte. Fernab von Regelungen sollte man sich auch auf moralischer Ebene Gedanken darüber machen, ob es fair ist, Tier XYZ bei sich zu halten. Wir sollten bei dieser Thematik nicht einzig und allein auf unsere Belustigung aus sein! Die Anschaffung eines tierischen Freundes wird viel zu oft auf die leichte Schulter genommen und durch Leichtsinnigkeit werden die Grundbedürfnisse vieler Haustiere nicht gestillt. Das Resultat von mangelnder Informationsbeschaffung ist das Nichtvorhandensein bedarfsgerechter Haltung jeglicher Tierarten und letztendlich die Überforderung des Halters mit der anschließenden Erkenntnis, das eigene Haustier nicht halten zu können. Das Tier wird zurückgegeben oder im schlimmsten Fall auf die Straße gesetzt. Die Tageszeitung München berichtet, dass jährlich ca. 70.000 Tiere ausgesetzt werden. Das darf nicht sein! Vor Anschaffung eines Haustieres ist es wichtig, dass du dir Gedanken darüber machst, welche Kapazitäten dir zur Verfügung stehen. Mache dir über folgende Faktoren Gedanken:

Deine vier Wände

Deine Wohnumstände sind ein wichtiger Indikator zur Bestimmung eines geeigneten Haustieres. Jedes Tier benötigt individuelle Raumbedingungen und unterschiedlichen Bewegungsfreiraum. Möchtest du also ein für dich geeignetes Haustier finden, dann solltest du zunächst einmal auf die Größe deiner eigenen Bleibe schauen. Bist du beispielsweise Eigentümer eines Grundstücks mit großem Gelände im grünen, dann ist so ziemlich jedes Tier in Bezug auf diesen Indikator für dich geeignet. Hunde und Katzen von A-Z dürften sich bei dir wohl fühlen, da du deinem Tier eine Menge Vielfalt zu bieten hast. Um ein Kleintier zu halten benötigst du nicht unbedingt ein großes Grundstück, jedoch gibt es auch für diese Art von Tieren Gesetze, die bestimmen wie viele Quadratmeter du diesem mindestens zur Verfügung stellen musst. Für eine artgerechte Haltung benötigen Kaninchen Beispielsweise mindestens sechs Quadratmeter Lebensraum. (Mehr ist mehr) Findet sich dein zu Hause in einer kleinen Wohnung oder in der Stadt, sind deine Möglichkeiten begrenzt. Du solltest dir darüber Gedanken machen, ob du deinem Tier den nötigen Platz und Auslauf bieten kannst.

Napoleon und Picasso <3 – kleine behaarte Familienmitglieder

Wieviel Zeit bringt dein Alltag mit sich?

Das ist nach meiner Meinung der wohl wichtigste Indikator, um eine Entscheidung für das zukünftige Haustier zu treffen. Arten und Rassen sind sehr vielfältig und benötigen deshalb auch ein individuelles Maß an Aufmerksamkeit, Erziehung und Beschäftigung. Achte unbedingt darauf, dass du deinem Tier die benötigte Menge an Aufmerksamkeit und Beschäftigung bieten kannst und auch willst.

Deine Lebensumstände

Eine große Rolle bei der Entscheidung für ein Haustier, spielt dein Geldbeutel. Die Kosten für manche Tiere sind einfacher zu stemmen, als die für andere Tiere. Du musst im vorhinein bedenken, dass dein Tier krank werden kann und dir überlegen, ob du in der Praxis dazu fähig wärst, diese Kosten zu decken. Du solltest dir außerdem Gedanken darüber machen, ob dein Wunschhaustier sich mit Kindern verträgt, sofern du welche hast oder diese in Planung sind.

Allergien beachten

Auftretende Allergien sind ebenfalls ein Grund dafür, dass viele Tiere weggegeben oder ausgesetzt werden. Klar, die Gesundheit steht an erster Stelle, doch es ist eigentlich so einfach. Ein Allergietest ist nicht aufwendig und tut auch nicht weh.

Beachtest du all diese Faktoren bei der Auswahl deines Haustieres, so findest du das Tier, das am besten zu dir passt und besonders wichtig: Du bietest deinem Tier eine artgerechte Haltung und die Zuneigung, die es verdient hat. Durch das Hinterfragen und Umsetzen dieser Faktoren werden weniger Tiere ausgesetzt und im Umkehrschluss wird Tierleid reduziert.

2. Adopt, don`t shop

Nach der Wahl deines Haustieres, kannst du dir nun Gedanken darüber machen, wo es herkommen soll. Während viele Menschen besonders bei Hunden den Züchter bevorzugen, werden in Deutschland jährlich um die 80.000 Hunde und 130.000 Katzen in Tierheimen aufgenommen, so die ARD auf „Planet Wissen“. Der Markt bietet viele unseriöse Züchter. Die Tiere kommen oftmals schon krank zur Welt und sind zudem noch überzüchtet. Auch bei Kleintieren ist das durch sogenannte Zoogeschäfte oft der Fall. Damit tust du sowohl dir, als auch dem Tier keinen Gefallen. Ein chronisch krankes Tier leidet und muss ständig ärztlich behandelt werden, wofür du am Ende die Kosten tragen musst. Die Entscheidung für ein Tier aus dem Tierheim ist eine gute Option, denn: du bietest einem Tier die Möglichkeit auf einen Neuanfang und ein gutes zu Hause mit verantwortungsvollen Menschen. Außerdem trägst du dazu bei, dass weniger Tiere gezüchtet werden. Jedes Tier hat ein zu Hause verdient, egal ob es nun erst drei Monate, oder schon drei Jahre alt ist.

3. Konsum

Trotz meiner strengen Moralvorstellungen und auch wenn ich es mir wünsche, bin ich mir dessen bewusst, dass nicht von heute auf morgen jeder Mensch auf Fleisch und tierische Produkte verzichten wird. Dennoch tut es nicht weh, sich Gedanken darüber zu machen, wo die eigene Nahrung her kommt; Irgendwo müssen wir anfangen. Die Albert Schweitzer Stiftung erklärt auf ihrer Homepage, dass Tiere aus Massentierhaltung ihr ganzes Leben lang Gewalt erfahren, sie ihrer Bewegungsfreiheit beraubt werden und Medikamente eingeflößt bekommen. Auch Filme wie „Dominion“ greifen genau das auf. So viel Gewalt, um am Ende getötet, gegessen und verdaut zu werden. Ein sehr sadistischer Prozess, wenn man mich fragt. Es ist bereits inkorrekt, einem Tier das Leben zu nehmen, aber erst recht ist es ethisch unvertretbar, ein Lebewesen erst noch zu foltern, bevor es stirbt. Wie bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt, haben wir nach Paragraph zwei des Grundgesetzes das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht sollte auch für Tiere gelten. Teste Alternativen aus, fahre deinen Fleischkonsum herunter und lebe bewusster!

4. Vermeide Zoo und Zirkus

Mittlerweile sollte bei jedem angekommen sein, wie sehr Zirkus- und Zootiere gequält werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Film „Blackfish“, welcher das Leben der Tiere aus SeaWorld thematisiert. Dass Orcas dort in so kleinen Käfigen gehalten werden, dass sie sich nicht einmal bewegen können, ist vielen nicht bewusst. Junge Orcas werden in freier Wildbahn gejagt und von ihren Muttertieren gewaltsam getrennt. In SeaWorld angekommen, ist deren Leben an eine Bedingung geknüpft: Ohne Kunststück keine Belohnung, sprich kein Futter. Die Tiere werden also durch Hunger dressiert.

Wildtiere werden im Zirkus für unsere Unterhaltung versklavt. Sie werden durch Gewalt dazu trainiert, uns Menschen Kunststücke vorzuführen, verbringen die meiste ihrer Zeit in kleinen Transportwagen und sind ständig unterwegs.

Zoos können den Bedürfnissen der Tiere oftmals nicht gerecht werden! Eisbären, Löwen, Tiger und Pinguine gehören nicht nach Deutschland und erst recht nicht in ein Gehege.

5. Aktiv werden

Für diejenigen, die die oben genannten Optionen als zu passiv empfinden, gibt es natürlich auch vielfältige Möglichkeiten, aktiv etwas zum Tierschutz beizutragen. Eine Option ist es natürlich, ein Ehrenamt in einem Tierheim in deiner Nähe anzutreten. Tierheime sind auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen, denn leider ist es den Mitarbeitern dort nicht möglich, jedem Tier ausreichend Aufmerksamkeit und Beschäftigung zu geben. Du kannst unter anderem durch Patenschaften, Gassi gehen und Katzen streicheln unterstützen. Aber auch im Ausland hast du die Möglichkeit, in Tierauffangstationen zu helfen. Spenden sind auch immer gerne gesehen, denn dadurch dass Tierheime kaum subventioniert werden, sind sie auf jeden Cent angewiesen. Traue dich außerdem, Tierquälerei und Misshandlung zu melden!

Ich bin mir sicher: wenn jeder Mensch diese Regeln beachtet, sinkt das Ausmaß an Tierleid enorm! Diese Regeln in die Praxis umzusetzen ist nicht nur einfach, sondern schadet auch niemandem. Go for it!

About the Author

Lisa Joppich

Ist Tierschützerin aus Überzeugung und studiert Journalismus an der IU internationale Hochschule

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